Diese Website verwendet Cookies, Google Analytics und zeigt interessenbezogene Werbung. Datenschutzhinweise öffnen ... Einverstanden

UV-400 Schutz - wichtig oder nicht?

Die bei Sonnenbrillen häufig verwendete Bezeichnung "UV-400" ist (leider) kein genormtes Gütesiegel. Es wird daher auch nicht geprüft. Man muss also darauf vertrauen, dass ein entsprechender UV-Filterschutz tatsächlich im Brillenglas der Sonnenbrille vorhanden ist.

Der Grund, weshalb es überhaupt eine solche Produktbezeichnung gibt, liegt darin, dass die Norm für die Qualität von Sonnenbrillengläsern, die DIN EN ISO 8980-3, nur einen UV-Filterschutz ab 380 Nanometern vorsieht (dazu unten mehr). Der UV-400 Schutz schließt eine Lücke, die zwischen 380 nm (gesetzlich genormt) und 400 nm liegt. Denn inzwischen gehen viele Experten davon aus, dass auch das (UV-) Licht mit Wellenlängen zwischen 380 - 400 nm gefährlich sind.

Was bedeutet UV-400 Schutz?

Aber was bedeutet eigentlich UV 400 bei einer Brille? Wogegen schützt so eine Brille? Ein Brillenglas mit einem sog. "UV-Kantenfilter" blockiert jegliche Strahlung unterhalb von 400 Nanometern und filtert sie so heraus, dass diese kurzwellige elektromagnetische Strahlung nicht ins Auge eindringen kann.

UV 400 - Schutz
UV 400 Schutz blockiert Wellenlängern unterhalb von 400 Nanometer (UV-Licht)

Je kurzwelliger die Strahlung, um so mehr Photonenengerie trägt sie in sich - und diese energiereiche Strahlung kann Veränderungen in Zellstrukturen bewirken. Das merken wir auf der Haut als Sonnenbrand, wo bestimmte Zellen geschädigt oder sogar zerstört werden. Obwohl viele Menschen ihre Haut durch Sonnencremes schützen, vergessen sie oft die Augen: denn auch die Zellen im Auge - die Netzhaut (Retina) auf der Augen-Innenseite) ist hochempfindlich.

Warum ist UV-Licht schädlich?

Das Hauptproblem: die Licht-Sinneszellen (Photorezeptoren) im Auge reagieren nur auf elekromagnetische Strahlung ab einer Wellenlänge von ungefähr 380 Nanometern (blau) - bis hin zu Wellenlängen von etwa 780 nm (rot). Man nennt diesen Bereich auch Licht bzw. das Lichtspektrum. Wenn Strahlung ins Auge trifft, dass eine andere Wellenlänge hat, bemerken wir es nicht. Das betrifft eben auch und besonders die kurzwellige UV-Strahlung.

UV-Strahlung, Wellenlängen
Wellenlängen von UV- und sichtbarem Licht:
die kurzwellige UV-Strahlung trägt viel mehr Energie in sich

Man differenziert UV-Strahlung noch in ...

  • UV-A: 315–380 nm -> dringt nicht so tief ein, Schädigung der Oberhaut, Pigmentierung (Bräunung)
  • UV-B: 280–315 nm -> dringt tiefer ein, wirkt verzögern, Sonnenbrand, Krebsgefahr
  • UV-C: 100–280 nm -> wird in der Regel von der Athmosphäre gefiltert (absorbiert)#

Genau in dem Grenzbereich zwischen 380 nm bis 400 nm ist unklar, ob das Auge diese Strahlung schon als "blau" wahrnehmen kann und wie gefährlich diese Strahlung tatsächlich ist. Ein UV-400 Schutz filtert diese Wellenlängen quasi prophylaktisch mit heraus.

UV-B Strahlung bewirkt Veränderungen in den Zellen

Die große Gefahr dabei: UV-Strahlung trägt viel Energie in sich (kurzwellige Strahlung) - der dauerhaften "Beschuss" mit diesen energiereichen Photonen kann zu Veränderungen von Zellstrukturen führen. Vor allem die sog. UV-B-Strahlung ist gefährlich: sie dringt relativ tief in Gewebeschichten ein und hat so viel Energie, dass sie in den Zellen spontane Veränderungen hervorrufen kann - dadurch werden die Zellen ge- oder zerstört, oder es kommt sogar zu Mutationen am Erbgut, die dann einen Tumor (Krebs) verursachen können.

Aufbau des Auges / Bestandteile
Aufbau des Auges / Bestandteile

Im Auge bestehen vor allem drei Risiken:

  • Zum einen kann es in den Zellen der Augenlinse zu Veränderungen an eigentlich sehr kleinen, unsichtbaren Proteinen kommen, die dann eine Verklumpung verursachen können. Das macht sich langfristig als eine Art grauer Schleier vor dem visuellen Bild demerkbar - man nennt das "Grauer Star" (Katarakt).
  • Zudem kann die komplizierte Struktur der Nervenzellen auf der Retina geschädigt werden. Diese Zellschicht kann sich dann in Teile aus ihrer Verankerung lösen - die sog. Netzhautablösung (Makuladegeneration).
  • Zudem kann es im schlimmsten Fall auch zu einer Schädigung der Nervenbahnen kommen, die die visuelle Information aus dem Auge ins Gehirn übertragen (Sehnerv). Der Sehnerv tritt an einer besonders empfindlichen Stelle aus dem Augapfel (sog. blinder Fleck). Wenn es an dieser Stelle zu Entzündungen kommt, kann das zum Erblinden führen (sog. Grüner Star).

Wann ist die UV-Strahlung am gefährlichsten?

Viele Menschen neigen dazu, die Gefährlichkeit von Sonnenstrahlen nach ihrem Wärmegrad zu beurteilen. Wenn die Sonne auf der Haut brennt, scheint die UV-Strahlung besonders stark zu sein. Das ist allerdings ein Trugschluß. Studien zeigen, dass die UV-Strahlung vor allem mit dem Einfallswinkel der Sonne zusammenhängt. Je höher die Sonne steht, um so weniger UV-Strahlung kann von der Athmosphäre abgeschirmt werden. Das ist auch der Fall, wenn der Himmel leicht bewölkt ist.

UV-Strahlungsintensität in Deutschland
UV-Strahlungsintensität in Deutschland - am höchsten im Sommer (Jahreszeit)
und in den Mittagsstunden (Tageszeit)

Grundsätzlich sollte man daher beachten:

  • Im Sommer ist die UV-Strahlung wesentlich höher und intensiver als im Winter.
  • Mittags ist die UV-Strahlung wesentlich höher als morgens oder abends.
  • Auch bei bewölktem Himmel kann die UV-Strahlung sehr hoch sein, selbst wenn es keine heißen Sonnenstrahlen gibt.

Eine gute Sonnenbrille sollte daher immer (!) einen UV 400-Blocker haben. Der UV 400 Schutz hat nichts mit der sog. Filterkategorie zu tun - also nicht mit dem Grad der Tönung und auch nicht mit der Farbe des Brillenglases.

Ein UV 400 Filter ist unsichtbar. Jedes Brillenglas kann einen UV-Filter enthalten.

UV-Index (z.B. Wetterkarten)

Um die UV-Strahlungsintensität tagesaktuell ausweisen zu können, wurde mit dem sog. UV-Index eine genormte Skala eingeführt, die weltweit anerkannt ist. Die UV-Werte lassen sich so für bestimmte Orte und Regionen messen und angeben. In vielen Wetterkarten wird der UV-Index angegeben.

Die Skala umfasst Werte von 1 bis 11 - wobei 1 eine sehr geringe UV-Strahlenbelastung anzeigt, und 11 eine extrem hohe Belastung.

In Deutschland liegt der durchschnittliche Höchstwert bei einem UV-Index von 7 (der Wert kann jedoch auch höher sein). Zudem hängt die durchschnittliche UV-Belastung auch von der Region, der Bewölkung und der Höhe des Ortes ab.

UV-Index mit Filterkategorien (Tabelle)
UV-Index mit Filterkategorien (Tabelle)

Keine Panik - langfristig denken

Aus den beschriebenen Risiken der UV-Strahlung sollte man nun nicht ableiten, dass Sonnenlicht lebensgefährlich sei. Die tägliche Erfahrung lehrt uns, das es keinen Grund zu Panik gibt. Es ist nur wichtig, sich über die langzeitlichen Folgen im Klaren zu sein. Es macht einen Unterschied, ob man seine Augen schon ab dem Kindesalter vor UV-Licht schützt oder nicht. Vor allem altersbedingte Sehschwächen wie die AMD (Altersbedingte Makuladegeneration) oder Grauer Star sind vermutlich auch durch die lebenslange Belastung mit UV-Licht zurückzuführen.

Man sollte daher in den Mittagsstunden, vor allem im Sommer, die Augen so gut es geht schonen und eine Sonnenbrille mit UV-400 Schutz tragen. Welche Filterkategorie man verwendet, hängt vor allem von der Umgebung und der Tätigkeit ab.

Filterkategorien für Sonnenbrillen

Für Sonnenbrillen werden fünf Filterkategorien hinsichtlich der Tönung unterschieden (DIN EN ISO 8980-3) - für alle gilt: sie sollen UV-Licht bis zu einer Wellenlänge von 380 nm herausfiltern.

  • Sonnenbrille Kategorie 0 (3-20% Tönung, für bedeckte Tage)
  • Sonnenbrille Kategorie 1 (20-57% Tönung, für bedeckte Tage)
  • Sonnenbrille Kategorie 2 (57-82% Tönung, normaler Blendschutz für Sommertage, Mitteleuropa)
  • Sonnenbrille Kategorie 3 (80-92% Tönung, für Wasser, Strand, Berge und Südeuropa)
  • Sonnenbrille Kategorie 4 (92-97% Tönung, für alpinen Sport oder Wassersport)
Sonnenbrillen-Filterkategorien
Sonnenbrillen-Filterkategorien (nach DIN EN ISO 8980-3)

Tönungen von über 90% sind zum Autofahren nicht mehr geeignet. Bei manchen Sonnenbrillen wird eine zusätzliche selektive Lichtreduktion durch Polarisationsfilter erreicht.

Bitte beachten: diese Tönungen haben nichts mit Farben zu tun. Es geht lediglich um den Prozentsatz des sichtbaren Lichts, der herausgefiltert wird. Die Farbe der Sonnenbrille hat eher etwas mit dem "Wohlfühlfaktor der Sonnenbrille" zu tun.

Sonnenbrille: Welche Farbe?

Sonnenbrillen filtern einen gewissen Anteil des Lichts. Sie lassen also nur einen bestimmten Teil der Strahlung hindurch. Dadurch wird die Information, die das Auge in ein visuelles Bild umwandeln kann, geringer. Bei hellen Lichtverhältnissen ist das kein Problem.

Durch bestimmte Farben (Tönungen) kann man bestimmte optische Wirkungen erzielen. Dabei wird jeweils vorrangig Licht bestimmter Wellenlängen reduziert, so dass das visuelle Bild eine Einfärbung bekommt. Diese Färbung kann als sehr angenehm empfunden werden.

  • Sonnenbrille mit schwarz getöntem Glas
    Sonnenbrille mit
    schwarz getöntem Glas
    Sonnenbrillenglas Grau / Schwarz: Hierbei werden alle Wellenlängen gleichermaßen reduziert. Eine Sonnenbrille mit grauem oder schwarzem Brillenglas gilt somit als relativ lichtecht, weil die Farben gleichermaßen reduziert sind. Eine solche Brille hat keine besondere farbige Einfärbung. Schwarz getöntes Brillenglas bietet insofern die höchste visuelle Schärfe, weil keine spezielle Farbe besonders herausgefiltert wird.
  • Sonnenbrille mit orange getöntem Glas
    Sonnenbrille mit
    orange getöntem Glas
    Sonnenbrillenglas Braun / Orange: Braun ist eine Farbvariante von Orange (ein mattes, abgedunkeltes Orange). Durch ein braun oder orange getöntes Brillenglas wird vorrangig kurzwellige Strahlung im Blau-Bereich herausgefiltert. Durch den reduzierten Blauanteil erscheint das visuelle Bild mit einer warmen, gold-braunen Einfärbung. Viele Menschen empfinden das als sehr harmonisch und beruhigend. Das lässt sich auch physikalisch erklären, weil das kurzwellige blaue Licht verhältnismäßig anstrengend für die Augen ist. Das merkt man zum Beispiel, wenn die Augen in Räumen mit hellem LED Licht mit hohem Blauanteil ermüden. Der Blau-Anteil des Lichtes und die damit verbundene "visuelle Arbeit" führen nicht selten zu Kopfschmerzen und Unwohlsein. Man sollte jedoch beachten, dass insbesondere im Grün-Blau-Bereich der Kontrast und damit die Detailschärfe abnimmt. Gerade im Wald mit vielen schattigen Umgebungen kann eine braune Sonnenbrille auch die Augen belasten, wenn die Augen visuell stark gefordert werden, um Dinge zu erkennen.
  • Sonnenbrille mit gelb getöntem Glas
    Sonnenbrille mit
    gelb getöntem Glas
    Sonnenbrillenglas Gelb: Der vorher beschriebene Effekt ist bei gelben Sonnenbrillen sogar noch etwas stärker. Gelbe Sonnenbrillen werden von einigen Anbietern auch als Nachtfahrbrillen gepriesen. Das Problem: es wird häufig fast das gesamte Blauspektrum herausgefiltert. Mit der Folge, dass man Dinge, die blau sind, kaum noch erkennen kann. Insofern sind sog. "Nachtfahrbrillen" in den meisten Fällen sogar ein Sicherheitsrisiko. Als Sonnenbrille für den Freizeitgebrauch sind Gelbe Sonnenbrille jedoch ebenfalls geeignet. Zudem wirken sie unter modischen Aspekten elegant und außergewöhnlich.
  • Sonnenbrille mit grün getöntem Glas
    Sonnenbrille mit
    grün getöntem Glas
    Sonnenbrillenglas Grün: Grün getönte Brillengläser sind als Sonnenbrille nur bedingt tauglich: sie filtern vorrangig die gelben und orangen Lichtwellen heraus. Das visuelle Bild ist dadurch insgesamt kühler, aber dafür meist auch Detail-schärfer.

Weiterlesen?