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Nachtsichtgeräte

Nachtsichtgeräte sind technische Sehhilfen, die eine verbesserte visuelle Wahrnehmung bei fehlendem sichtbarem Licht (Dunkelheit) ermöglichen. Das ist vor allem in der Nacht oder bei Dämmerung der Fall, aber auch in Höhlen, Tunneln und unbeleuchteten Gebäuden. Es gibt im Prinzip zwei Arten von Nachtsichtgeräten:

  • Restlichtverstärker (Bildverstärker)
  • Infrarotlichtkamera (Infrarotstrahlung)
  • Wärmebildkamera (auch unter Nutzung von Infrarotstrahlung)
Nachtsichtgerät
Nachtsichtgerät

Wer benutzt Nachtsichtgeräte?

Nachsichtgeräte kommen vor allem zum Einsatz, wenn der Einsatz künstlicher Lichtquellen nicht möglich ist. Sie werden zum Beobachten von schlecht beleuchteten Orten benutzt. Das ist meist beim Erforschen oder Kontrollieren von Lebewesen oder Umgebungen relevant. Neben Militär, Polizei und Sicherheitspersonal nutzen vor allem Forscher und Jäger die Vorteile von Nachtsichtgeräten. Auch für den privaten Gebrauch können sie hilfreich sein.

Wie funktioniert ein Nachtsichtgerät?

Normalerweise sehen wir mithilfe unserer Augen das reflektierte Licht des für uns Menschen sichtbaren Lichtspektrums. Aber außerhalb dieses Spektrums ist eine Menge Strahlung unterwegs, die ebenfalls von Lebewesen und Gegenständen reflektiert bzw. ausgestrahlt wird. Genau diese Strahlung wird durch Nachtsichtgeräte aufgefangen und so umgewandelt, dass ein für das menschliche Auge sichtbares Bild entsteht.

Da Infrarot-Strahlung für das menschliche Auge unsichtbar ist, kann das Bild mithilfe von Infrarot-Scheinwerfern verstärkt werden. Insbesondere bei militärischen Nachtsichtgeräten ist häufig ein solcher Scheinwerfer mit eingebaut.

Restlichtverstärker / Bildverstärker

Restlichtverstärker sind Elektronenröhren, die das Signal einzelner Photonen so verstärken können, dass am Ende ein sichtbares Bild entsteht. Das menschliche Auge filtert einzelne Photonen normalerweise heraus. Erst aber einer gewissen regelmäßigen Häufig von Photonen, die von einem Punkt abgestrahlt werden, entsteht in der Retina (Netzhaut) des Auges ein Nervenimpuls, der an das Gehirn weitergeleitet wird.

Ein Restlichtverstärker nutzt quasi jedes einzelne Photon. Das Photon wird durch eine Photokathode in einen elektrischen Impulz umgewandelt, der durch eine sehr hohe Spannung beschleuigt wird und auf eine fluoreszierenden Leuchtschirm fällt. Dort wird so ein Lichtfleck erzeugt, der für das menschliche Auge sichtbar ist. Aufgrund der fluoreszierenden Oberfläche erscheinen Nachtsichtbilder meist grünlich.

Wärmebildkamera

Eine Wärmebildkamera nutzt die Tatsache, dass Säugetiere (u.a. Menschen) Wärme ausstrahlen. Diese Wärmestrahlung im mittleren Infrarotbereich ist für das menschliche Auge unsichtbar - mit einer Wärmebildkamera kann man sie aber sichtbar machen. Allerdings sind die Differenzen der Wärmeunterschiede sehr gering, daher werden sie umgewandelt und als Farbbilder dargestellt. Üblicherweise sind die wärmsten Partien weiß, dann läuft das Bild über rot, orange, gelb, grün in Richtung blau und schwarz für die kältesten Farbtöne.

Wärmebildkameras werden zum Beispiel auch bei der energetischen Überprüfung von Fassadenisolierungen genutzt.

Wärmebildkamera
Wärmebildkamera

Können Nachtsichtgeräte Farben anzeigen?

Nein, denn die Farbinformation ist in der Wellenlänge der abgestrahlten Strahlung codiert. Nur wenn Licht einer ganz bestimmten Wellenlänge abgetsrahlt wird, können wir sie als Farbe wahrnehmen. Infrarotstrahlung enthält diese Unterscheidung nicht.

UV-Strahlung
UV-Strahlung und sichtbares Licht

Was kosten Nachtsichtgeräte?

Obwohl es sich um relativ komplexe optische Geräte handelt, sind Nachtsichtgeräte kaum teurer als ein gutes Fernglas. Das gilt zumindest für geräte für den privaten Anwender (z.B. Jäger). Geräte, die für militärische oder sicherheitsrelvante Einsätze geeignet sind, kosten weit mehr und sind nicht frei käuflich.