Tritanomalie (Blauschwäche)

Als Tritanopie (Trit-Anopie) bezeichnet man die "Blauschwäche", eine Fehlsichtigkeit des Auges, bei der die licht-sensitiven Photorezeptoren für das Blau-Sehen auf der Netzhaut des Auges nicht richtig ausgebildet sind. Als Folge kann man die Farben im Blauspektrum nicht so gut wie Normalsichtige differenzieren - und statt eines intensiven Blau sieht man eher ein Türkis-Grau. Das visuelle Bild besteht also im Wesentlichen aus den Farben Türkis und Rot sowie Grau-Abstufungen bildet. Gelb kann interessanterweise ebenfalls kaum als Farbintensität wahrgenommen werden, daher spricht man auch von Blau-Gelb-Schwäche (im Gegensatz zur Rot-Grün-Schwäche).

Seheindruck bei Tritanomalie

Seheindruck einer Tritanonomalie (Blauschwäche)
Seheindruck einer Tritanonomalie (Blauschwäche)

Die oben gezeigte Abbildung kann einen Eindruck vermitteln, wie ein Mensch mit Tritanomalie sieht: Der satt-blaue Himmel wirkt eher blass-türkis, und die gelbe Wand sieht fast nur grau aus. Vor allem das fehlende Gelb bewirkt, dass sich das visuelle Bild für einen Normalsichtigen "kalt" anfühlt. Allerdings muss man beachten, dass Menschen mit Blauschwäche diese Bezeichnung nicht wählen würden: sie kennen die "warmen" Farbtöne, die sich aus der Mischung mit Gelb ergeben (vor allem Orange und Grün) nicht, die Normalsichtige als "warm" bezeichnen. Noch deutlicher wird es, wenn man sich den Seheindruck bei Blaublindheit (Tritanopie) anschaut:

Seheindruck einer Tritanopie (Blaublindheit)
Seheindruck einer Tritanopie (Blaublindheit)

Ursache einer Blauschwäche

Normalerweise kann man mithilfe von drei verschiedenen Zapfen-Typen (für Blau-, Grün- und Rot) alle Farben des sichtbaren Lichtspektrums differenzieren. Bei der Tritanonomalie sind die licht-sensiblen Photorezeptoren jedoch in ihrer Empfindlichkeitskurve verschoben. Die folgende Grafik zeigt, dass der Zapfentyp Blau seine maximale Empfindlichkeit sehr viel näher an der Grünkurve hat als normal:

Tritanonomalie (Blauschwäche)
Tritanonomalie (Blauschwäche)

Die folgende Grafik zeigt den Unterschied zu den beiden Farbfehlsichtigkeiten Protanomalie (Rotschwäche) und Deuteranomalie (Grünschwäche):

Unterschied Deuteranomalie (Grünschwäche) und Protanomalie (Rotschwäche)
Unterschied Protanomalie (Rotschwäche)und Deuteranomalie (Grünschwäche)

Wie viele Menschen sind betroffen?

Anders als bei den Sehschwächen der Grün- und Rot-Zapfen (die geschlechtspszifisch sind, da sie auf dem 23. Chromosom liegen), liegt das zuständige Gen für Tritanopie / Tritanomalie auf dem 7. Chromosomen. Das Vorkommen in der Bevölkerung ist mit ca. 0,005 Prozent sehr selten.

Die folgende Grafik zeigt einen Überblick, welche Farben des visuellen Bildes bei den verschiedenen Farbfehlsichtigkeiten vorhanden sind:

Lichtspektren der Farbfehlsichtigkeiten
Lichtspektren der Farbfehlsichtigkeiten - Welche Farben kann man nicht sehen?

Begriffsklärung: Warum Tritanomalie?

Der Begriff "Prot" bedeutet so viel wie "erster". Namensgeber war Hermann von Helmholz, der nicht nur den trichromatischen Sehapparat des Auges untersuchte, sondern auch die genaue Funktionsweise der Akkommodation. Helmholz gab den Zapfen in der Netzhaut des Auges Nummern:

  1. Prot ... Erster Zapfentyp für Rot-Sehen
  2. Deuter ... Zweiter Zapfentyp für Grün-Sehen
  3. Trit ... Dritter Zapfentyp für Blau-Sehen

Die entsprechenden Fehlsichtigkeiten heißen:

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