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Sehstärke (Visus)

Landolt-Ring
Landolt-Ring, Normzeichen
für Sehtests

Die Fähigkeit der Augen, Dinge scharf zu sehen, wird als Sehstärke bezeichnet. Der lateinische Fachbegriff für die Sehstärke lautet Visus. Der Visus ist messbar. Eine nicht voll ausgebildete oder nachlassende Sehstärke wird auch als "Sehschwäche" bezeichnet.

Die Sehstärke kann mit einem Sehtest ermittelt werden. Am häufigsten wird dabei ein Sehtest verwendet, den der niederländische Augenarzt Herman Snellen entwickelt hat. Auch der Sehtest mit Landolt-Ringen (von dem Schweizer Augenheilkundler Edmund Landolt) ist verbreitet.

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Warum kann man scharf sehen?

Das menschliche Auge kann auch als "optischer Apparat" bezeichnet werden - bzw. exakt als dioptrischer Apparat -, der sich im Laufe der Evolution immer weiter optimiert hat. Das Licht der Umwelt wird von der Hornhaut, den anschließenden Kammerwasser und der Augenlinse so gebrochen, dass es im Idealfall auf einen möglichst kleinen Punkt auf der Netzhaut (Retina) fokussiert wird. In dieser Region der Netzhaut (Fovea) stehen besonders viele Photorezeptoren nahe beieinander. Daher wird die visuelle Information in der Fovea besonders intensiv ausgewertet. Das führt zu einem scharfen Seheindruck. Die folgende Grafik veranschaulicht die Funktionsweise:

Auge Aufbau
Aufbau des Auges, Bestandteile

Differenzierung der Sehstärke

Genau genommen bezeichnet die Sehschärfe die Fähigkeit des Auges, Hell-Dunkel-Kontraste zu erkennen und Farbflächen voneinander optisch zu trennen. Das Erkennen von Hell-Dunkel-Kontrasten ist dabei wesentlich differenzierter ausgebildet als die Farbunterscheidung. Man kann die Sehstärke folgendermaßen differenzieren:

Minimum visibile

Unter Minimum visibile versteht man die Grenze der Sichtbarkeit. Diese wird dann erreicht, wenn sich Objekte, die betrachtet und auf der Netzhaut abgebildet werden, nicht mehr als Kontur und Kontrast von der sie umgebenden Leuchtdichte abgrenzen. Die Sehschärfe des menschlichen Auges ist erstaunlich. So kann ein Normalsichtiger in dem üblicherweise für das Auge optimalen Abstand von 25 cm etwa 7 voneinander getrennte Linien pro Millimeter unterscheiden. Einige Menschen können sogar bis zu 10 Punkte pro Millimeter optisch auseinander halten. Das entspricht 2 Bogenminuten bzw. einem Mikrometer (1 Zehntel Millimeter). Alles was kleiner ist, ist visuell nur mit Hilfe anderer Sehhilfen wahrnehmbar. Dazu gehören Lupen oder Lichtmikroskope.

Minimum discriminibile

Mit Minimum discriminibile bezeichnet man die Erkennbarkeitschwelle für kleinste Unterschiede von Außenobjekten. In Prüfsituationen geht es hier beispielsweise um die Klärung, ob es sich beim Betrachten einer Linie um eine durchgehende Linie oder um eine so genannte Noniusanordnung handelt (Noniussehschärfe), ob eine minimale Ortsänderung (Bewegung) oder auch eine Orientierungsänderung (Verkippung) zweier Objekte zueinander stattgefunden hat.

Minimum separabile

Das Minimum separabile (Synonyme: anguläre Sehschärfe, Visus) erfordert neben einer relativen Lokalisation eine Trennung eng benachbarter Konturen, die durch minimale Leuchtdichteunterschiede auf der Netzhaut eben noch als getrennt wahrgenommen werden können. Hierbei überlagern sich die Leuchtdichteverteilungen der benachbarten Objekte umso mehr, je enger die Muster im Aussenraum nebeneinander liegen.

Minimum legibile

Das Minimum legibile ist die Lesesehschärfe. Sie unterscheidet sich von den anderen Sehschärfenvarianten durch die Miteinbeziehung gespeicherter Formen von Optotypen als Wortbestandteile. Daher ist ihr Wert in der Regel auch höher als der Wert der anderen Sehschärfenarten, weil hier Wörter nicht nur erkannt, sondern auch nach dem Sinne des Kontextes eingeordnet werden.

Messung der Sehschärfe

Die Einheit zur Messung der Sehstärke ist die "Winkelminute". Mit ihr wird angegeben, wie weit zwei Punkte voneinander entfernt sein müssen, damit man sie noch optisch von einander trennen kann ("erkennen"). Eine Winkelminute ist der 60ste Teil eines Grades. Anders gesagt: ein Kreis lässt sich in 360° einteilen. Eine Winkelminute ist 1/60 eines Grades. Wenn man das Auge als den Mittelpunkt eines Kreises annimmt, dann kann man das visuelle Feld vor dem Auge in Winkelminuten einteilen.

Ein Visus von 1 ist definiert als die Fähigkeit des Auges, zwei Dinge zu unterscheiden, die genau eine Winkelminute voneinander entfernt sind. Der normale Visus ist altersabhängig und liegt bei einem 20-jährigen Menschen bei 1,0 bis 1,6, bei einem 80-jährigen bei 0,6 bis 1,0.

Ursache für die abnehmende Sehschärfe im Alter ist auch die geringer werdende Akkommodationsfähigkeit des Auges. Die Augenlinse kann ihre Form verändern (und damit die Brechkraft) - man nennt diese Fähigkeit Akkommodation.

Sehschärfe (Visus)
Sehschärfe (Visus)

Sehschwäche

Eine nicht voll ausgeprägte oder nachlassende Sehstärke wird ab einem bestimmten Gard auch als Sehschwäche bezeichnet. Die Ursachen einer Sehschwäche sind vielfältig. Sie kann angeboren sein, sich aber auch erst im Laufe des Wachstums- oder Alterungsprozesses entwickeln, oder durch äußere Einwirkung zutage treten (z.B. Verletzungen). Verbreitete Sehschwächen sind

Sehhilfen: Brillen