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Cataracta matura: ausgereifter Grauer Star (Katarakt)

Ein ausgereifer Grauer Star wird als Cataracta matura bezeichnet. Die Linse verfestigt sich zunehmend mit Teilchen, die Augenlinse erscheint jetzt auch für andere deutlich grau getrübt. In diesem Stadium sollte die Katarakt-Operation, bei der eine künstliche Augenlinse eingesetzt wird, nicht mehr hinausgezögert werden.

Cataracta matura: ausgereifter Grauer Star
Cataracta matura: ausgereifter Grauer Star

Eine Cataracta matura, also der ausgereifte Graue Star, folgt auf das fortgeschrittene Stadium der Linsentrübung, die man Cataracta provecta nennt.

Das Spätstadium des Grauen Stars wird dann Cataracta intumescens genannt. In diesem Stadium wird das Sehvermögen immer geringer - bis fast zur Blindheit. Gleichzeitig steigt der Augeninnendruck, da die Linse langsam immer weiter aufquillt. Dadurch steigt die zusätzliches Gefahr eines Grünen Stars (Glaucom).

Ursachen eines Grauen Stars

Bei Katarakt wird die Augenlinse (lat. phakos) langsam eingetrübt, was mit zunehmendem Stadium auch von außen sichtbar wird. Diese Linsentrübung hat zur Folge, dass nicht mehr ausreichend Licht ins Augeninnere einfallen kann - das visuelle Bild wird dadurch dunkler und unschärfer.

Linse (Augenlinse)
Augenlinse (elastisch) - Durch Verformung ändert sich die optische Brechkraft.

Die Augenlinse ist bei der Geburt eine weiche, formbare Kugel, die mit Linsenflüssigkeit gefüllt ist. Man kann sie sich wie einen kleinen, mit Flüssigkeit stramm gefüllten Ballon vorstellen. Die Linsenflüssigkeit muss glasklar und druchsichtig sein, damit sie keine Lichtinformationen absorbiert. In der Linsenflüssigkeit schwimmen zahleiche ultrafeine Partikel (Proteine). Diese Flüssigkeit wird im Normalzustand durch Stoffwechselprozesse "sauber gehalten". Mit zunehmendem Alter verfestigt sich die Augenlinse. Dadurch sinkt die Fähigkeit zur Akkommadation. Man wird alterssichtig (das hat jedoch zunächst nichts mit dem Grauen Star zu tun). Gleichzeitig sinkt bei einigen Menschen die Fähigkeit, die Augenlinse so zu versorgen, dass sie sauber und damit durchsichtig bleibt.

Eiweiße (Proteine) bestehen aus langen Aminosäure-Ketten. Diese Ketten können sich unkontrolliert auffalten und ineinander verhaken, so dass es zu sichtbaren Klümpchen kommt. Wenn diese Verunreinigungen nicht mehr abgebaut werden können, bilden sich zunehmend undurchsichtige Partikel, die in der Folge wie ein grauer Schleier sichtbar werden. Neben Proteinen sind auch Zucker (Kohlenhydrate) beteiligt, bei denen sich ähnliche Prozesse abspielen. Allen gemeinsam ist, dass die Augenlinsen-Flüssigkeit nicht mehr gereinigt werden kann - ein Grauer Star macht sich bemerkbar. So werden die Klumpen immer größer, bis einige davon schließlich als störende Flecken im Sichtfeld bemerkbar werden (in jungen Jahren kommt so etwas auch manchmal vor, aber die großen Stücke werden doch recht zügig wieder abgebaut).

Grauer Star (Katarakt) - Ursache
Grauer Star (Katarakt) - Ursache

Ursache eines Grauen Stars ist also nicht die Verhärtung (Alterssichtigkeit), sondern die klumpenartigen Partikel in der Augenlinse, die zunehmend aneinander klumpen und so ein feinmaschiges Netz in der Augenlinse spinnen - fast so wie ein gewebter Vorhang.

Obwohl der Graue Star seit jeher als Augenerkrankung bekannt ist, liegen die genauen Ursachen nach wie vor im Dunkeln. Es gibt eine Reihe von äußeren Umständen, die das Risiko eines Altersstars erhöhen. Dazu gehören:

  • Starkes und regelmäßiges Rauchen / Nikotinkonsum
  • Starker und regelmäßiger Alkoholkonsum
  • Drogenkonsum
  • Stoffwechselstörungen (z.B. Zuckerkrankheit, Diabetes mellitus)
  • Nährstoffmangel - Häufige Untervorsorgung bestimmter Nährstoffe
  • Medikamente, z.B. Kortison
  • Operationen am Auge, die die Versorgung der Augenlinse für eine gewisse Zeit unterbrechen
  • Vererbung: wenn ein Elternteil bereits einen Grauen Star hatte, ist die Wahrscheinlichkiet höher, dass man selber betroffen ist.
  • Äußere Verletzung, z.B. mehrfach starke Schläge auf das Auge, können einen Grauen Star hervorrufen. Man spricht von einem Katarakta traumatica.
  • UV-Strahlung: wenn ein Auge dauerhaft UV-Licht ausgesetzt ist, steigt die Wahrscheinlichkeit, im Alter einen Grauen Star zu bekommen.
  • Infrarot-Strahlung kann, bei dauerhafter Einstrahlung, ebenfalls die Katarakt-Bildung verursachen (Feuerstar, Wärmestar oder Glasmacherstar).
  • Radioaktive Strahlung: möglicherweise ruft auch eine dauerhafte, geringfügige radioaktive Strahlung einen Grauen Star hervor (unklar).
  • Starkstrom-Schlag, z.B. Blitzschlag, ebenso.
  • Entzündungen im Augeninneren können einen Grauen Star nach sich ziehen. Man spricht dann von einem Katarakta complicata.
  • Starke Medikamente, insbesondere Cortison.
  • Traumatische Erfahrungen (?)
  • Eine Röteln-Erkrankung kann bei Schwangerschaft einen Grauen Star des Neugeborenen verursachen.

All diese Faktoren können einen Einfluss auf die Bildung eines Grauen Stars haben, aber: keiner der Faktoren verursacht zwangsläufig einen Katarakt. Es erhöht sich nur, statistisch gesehen, die Wahrscheinlichkeit, dass es dazu kommt.

Symptome eines Grauen Stars

Ein Grauer Star entwickelt sich sehr schleichend. In den ersten Monaten / Jahren bemerkt man ihn gar nicht. Das menschliche Gehirn ist in der Lage, das visuelle Bild zu "korrigieren". Selbst wenn die Information aus den Augen nicht optimal sind, kann das Gehirn daraus ein einigermaßen zufriedenstellendes Bild konstruieren. Daher dauert es meist Jahre, ehe man bemerkt, dass das Sehen besser sein könnte. Diesen Effekt kennen viele ältere Menschen von der Alterssichtigkeit. Beides - Altersweitsicht und Grauer Star - schleichen sich häufig über Monate und Jahre unbemerkt an. Selten dauert der Prozess nur wenige Wochen.

Typische Symptome eines Grauen Stars können sein:

  • Grauer Schleicher im visuellen Bild
  • Kontraste werden schwächer
  • Farben werden matter, kontrastärmer
  • Doppelbilder
  • höhere Blendempfindlichkeit
  • Lichtstrahlenkranz um Lichtquellen
Grauer Star - Unterscheid im visuellen Bild
Grauer Star - Unterschied im visuellen Bild

Diagnose

Im fortgeschrittenem Stadium kann ein Grauer Star auch von außen diagnostiziert werden. Eine Untersuchung beim Augenarzt kann schon viel früher Aufschluss geben. Bei der Untersuchung werden zunächst Augentropfen verabreicht, die die Pupille erweitern. Mithilfe einer Spaltlampe wird dann die Augenlinse untersucht und die Brechungseigenschaften der Linse vermessen. Normalerwiese sollten Menschen ab 50 Jahren wenigstens alle 2 Jahre einen Termin beim Augenarzt machen. Dabei wird nicht nur getestet, ob ein möglicher Grauer Star bevorsteht. Auch bei einem Grünen Star sind die Heilungsaussichten deutlich besser, wenn er frühzeitig erkannt wird. Ein Zusammenhang zwischen Altersweitsicht und Grauem Star ist nicht erwiesen.

Siehe auch