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Marga Faulstich (1915 - 1998)

Marga Faulstich
Minusglas

Marga Faulstich war eine deutsche Chemikerin. Sie hat die Entwicklung der Brillengläser erheblich vorangetrieben. Ihr verdanken wir unter anderem dünne, leichte Brillengläser und die getönten Sonnenbrillen. Sie arbeitete über 30 Jahre lang für die Schott-Glaswerke in Mainz, wo sie nicht nur die erste weibliche Führungskraft wurde, sondern auch über 300 optische Gläser und Linsen entwickelte und rund 40 Patente anmeldete. Man kann sie als die "Grand Dame" der deutschen Brillenglas-Industrie bezeichnen. Am 16. Juni 2018 - an ihrem 103. Geburtstag - rückt Google sie mit einem Doodle auf der Startseite ins Licht der Öffentlichkeit.

Biografie

Marga Faulstich wurde am 16. Juni 1915 in Weimar geboren. Mit sieben Jahren zog die Familie - sie hatte noch zwei Geschwister - nach Jena, das schon damals eines der führenden Zentren der Glasindustrie war. Nach ihrem Abitur 1935 begann sie eine Ausbildung in den Schott-Glaswerken, die schon damals durch eine enge Kooperation mit Carl Zeiss der führende Hersteller für optische Gläser waren.

Nach dem Krieg wurden die wichtigsten Mitarbeiter der Jenaer Schottwerke "ausgesiedelt". Man wollte das Know-How nicht den Russen überlassen, und so wurde das Schott-Glaswerk in Mainz neuerrichtet. Dort arbeitete Marga bis 1979.

Erfindungen

Im Laufe der Jahre forschten die hochbegabte Marga Faulstich und ihr Team bei Schott zahlreiche Materialien und Zusammensetzungen. Dadurch wurden die Brillengläser immer besser. Zu ihren besonderen Leistungen gehören:

  • Brillengläser wurden immer dünner, was insbesondere für Menschen mit hohen Dioptrienwerten eine extreme Erleichterung bedeutete. Denn je stärken die Sehschwäche, um so dicken musste - im Prinzip - das Brillenglas sein, um eine entsprechend starke Wölbung aufweisen zu können. Dünne Gläser bedeuteten daher vor allem: leichtere Brillen und höherer Tragekomfort.
  • Marga Faulstich trieb auch die Entwicklung der entspiegelten Brillengläser erheblich voran. Vorher waren Brillengläser meist nicht entspiegelt, was bei seitlichem Lichteinfall zu starken Sehbeeinträchtigungen führen konnte. Heutzutage sind fast alle Brillengläser, auch die einfachen und günstigen, von vornherein entspiegelt.
  • Auch die Entwicklung von Sonnenbrillen mit getönten Brillengläsern wurde von Marga Faulstichs Team erheblich vorangetrieben.
  • Auch bei der Entwicklung anderer optischer Linsen, die für Mikroskope und Teleskope benötigt werden, konnte Marga Faulstich erhebliche Fortschritte erzielen.

Internationale Anerkennung bekam Marga Faulstich für die Erfindung des Leichtgewichts-Brillenglases Schwerflint 64 (SF 64), für die sie 1973 mit der IR-100-Medaille der Industrial Research Incorporation in Chicago als eine der hundert wichtigsten technischen Innovationen des Jahres ausgezeichnet wurde.

Brillenglas
Brillenglas (kurzsichtig, -3 dpt)
gut zu sehen die Wölbung, die mittig dünner ist als außen (konkav gewölbt).
Dank Marga Faulstich wurden Brillengläser immer dünner und damit leichter.

Marga Faulstich starb am 1. Februar 1998 in Mainz. Sie wurde 82 Jahre alt.

Marga Faulstich begutachtet einige getönte Brillengläser
Marga Faulstich begutachtet einige getönte Brillengläser

Google ehrt Marga Faulstich mit einem Doodle

Am 16. Juni 2018 widmet Google Marga Faulstich ein Doodle auf der Startseite. Mit so einem Doodle werden bedeutende Anlässe oder Persönlichkeiten geehrt.

Marga Faulstich Google-Doodle
Marga Faulstich Google-Doodle (16. Juni 2018)

Man erkennt im Doodle allerlei optische Instrumente. Marga sieht ein wenig wie ein Popstar mit einer extrovertierten Brille aus.

Marga Faulstich Doodle, frühe Skizzen von Sophia Martinek
Marga Faulstich Doodle, frühe Skizzen von Sophia Martinek

Quellen / Siehe auch