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Sehtest bei Apollo

Der Zwicker (Brille)

Ein Zwicker ist eine Brille ohne Bügel, die man hinter die Ohren legt. Der Zwicker wird mit Hilfe einse biegbaren Mittelstegs auf den Nasenrücken geklemmt. Man nennt ihn daher auch "Kneifer". Der Druck wird mit Hilfe eine Feder erzeugt. Damit das nicht allzu unangenehm war, wurden für viele Modelle (wechselbare) Nasenplättchen (Pads) aus Leder angefertigt. Das Gestell eines Zwickers ist aus Gewichtsgründen verhältnismäßig fein gearbeitet und damit teuer in der Herstellung. Im 19. Jahrhundert waren Zwicker oft randlose Brillen. An einer Seite befand sich meist ein Ring - daran wurde der Zwicker mit einem Band befestigt, das in der Westentasche endete. Falls der Zwicker mal von der Nase rutschte, ging er nicht sofort zu Bruch, sondern wurde durch das Band abgefangen.

Zwicker
Zwicker (Kneifer)

Heutzutage gibt es kaum noch Zwicker. Erfunden wurden sie wohl im 16. Jahrhundert. In der Folgezeit wurden sie der bevorzugte Brillentyp für Männer der gehobenen Gesellschaft und des Adels. Damit ein Zwicker vernünftig auf der Nase sitzt und auch bei Kopfbewegungen hält, muss der Druck relativ stark sein. Das hat zur Folge, dass ein Zwicker nicht wirklich angenehm zu tragen ist. Man kann sich vorstellen, dass er nicht als modisches Asseccoire, sondern mit Korrekturgläsern zum Ausgleichen einer Sehschwäche getragen wurde. Im Prinzip sind Zwicker sowohl als Fernbrillen als auch als Lesebrillen geeignet (theoretisch sogar als Gleitsicht-Zwicker, wenn man ihn mit Gleitsichtgläsern bestellt).

Zwicker wurden fast ausschließlich von Männern getragen, da die Frauen der Gesellschaft nicht riskieren wollten, ihr Profil zu ruinieren. Die Damen von Rank nutzen als Sehhilfe ein Lorgnon.

Zwicker
Zwicker (auf der Nase des amerikanischen Präsidenten Roosevelt)

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