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Was ist eine Überbrille?

Eine Überbrille ist eine spezielle Schutzbrille, die keine (!) Sehstärke hat. Man nennt sie auch "Korbbrille" oder "Gesichtsvisier". Sie wird über der eigenen Brille getragen. Die Korrektionsbrille übernimmt dann als Sehhilfe, die Überbrille hat eine Schutzfunktion. Allerdings hat eine Überbrille mehrere gravierende Nachteile: das Brillenglas kann relativ leicht beschlagen, insbesondere dann, wenn man anstrengende Arbeiten durchführt, die ein leichtes Schwitzen zur Folge haben. Zudem kommt es durch die doppelte Verglasung häufig zu ungünstigen Spiegelungen, die eine klare Sicht behindern.

Vollschutz-Überbrille
Vollschutz-Überbrille von Uvex, die über einer (kleinen) Brille getragen werden kann

In vielen Fälle ist es außerdem unpraktisch, dass die Überbrille relativ groß sein muss, damit sie über der eigenen Brille getragen werden kann. Denn sie ist dadurch nicht nur relativ schwer, sondern sitzt zudem auch noch wackelig und instabil im Gesicht. Bei schnellen Kopfbewegungen (zum Beispiel zum Schutz vor umherfliegenden Gegenständen) rutscht sie dann von der Nase. Der Schutz der Augen ist dann gerade in kritischen Situationen nicht mehr gegeben.

Aufbau eines Brillenglas (Schichten)
Aufbau eines Brillenglas (Schichten)

Die Überbrille muss eine gewisse Größe haben, damit sie die darunter liegende Brille nicht berührt. Wenn das der Fall ist, wird die äußere Oberflächen-Beschichtung der Korrektionsbrille leicht zerkratzt (siehe Aufbau eines Brillenglases). Diese Schicht ist zwar eine "Brillengals-Schutzschicht", aber sie ist dennoch sehr anfällig gegen reibende Druckeinwirkung. Da es sich in der Regel um eine private Brille des Arbeitehmers handelt - und sie oder er folglich diese Kosten selber tragen muss -, darf das am Arbeitsplatz nicht passieren.

Der vermeintliche Vorteil einer Überbrille liegt darin, dass sie relativ kostengünstig ist. Viele Arbeitgeber übersehen daher gerne die Nachteile einer Überbrille.

Wann eignen sich Überbrillen?

Daraus folgt, dass eine Überbrille nur in folgenden Tätigkeiten geeignet ist:

  • kurzer Trage-Zeitraum (einige Minuten)
  • keine körperlichen Arbeiten (schon leichtes Schwitzen führt schnell zum beschlagen der Brille)
  • keine schnellen Kopfbewegungen erforderlich (weil eine Überbrille relativ instabil auf der Nase sitzt)
  • je kleiner das Gestelle der eigenen Brille, um so eher eignet sich eine Überbrille. Wer eine große, ausladende Vollrandbrille trägt, findet oft keine geeignete Überbrille (Achtung: die Brillengläser dürfen sich nicht berühren!)
  • vor allem geeignet in der chemischen oder pharmazeutischen Industrie

Oft besser: Korrektionsschutzbrille

In manchen Fällen ist eine Überbrille jedoch unpraktisch. Daher gibt es für Brillenträger spezielle Schutzbrillen, die man über der Korrektionsbrille tragen kann. Man spricht hierbei von einer Korrektionsschutzbrille. Der Nachteil hierbei ist nur, dass sich ein Arbeitnehmer in den meisten Fällen an den Kosten einer "Schutzbrille mit Sehstärke" beteiligen muss.

Die Kosten einer reinen Schutzbrille, also z.B. einer Überbrille, muss der Arbeitgeber komplett übernehmen, weil das für die Sicherheit am Arbeitsplatz erforderlich ist.

Überbrille: Schutzbrille von Uvex
Überbrille: Schutzbrille von Uvex, die über der Brille getragen wird (Bildquelle)