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Gleitsichtbrille: wie lange dauert die Eingewöhnungszeit?

Wer eine neue Gleitsichtbrille hat, kennt das Problem: am Anfang sieht vieles verzerrt aus. Statt scharf zu sehen, wirkt alles etwas verschwommen. Manche Menschen leiden nach einiger Zeit unter Schwindelgefühlen und bekommen sogar Kopfschmerzen (smehr dazu siehe: Probleme mit der Gleitsichtbrille). Wer sich bereits an die Gleitsichtbrille gewöhnt hat, wird bestätigen: das ist normal. Es braucht eine gewisse Eingewöhnung, bis man mit dem Gleitsichtglas klar kommt. Aber wie lange dauert diese Eingewöhnungszeit?

Gleitsichtbrille
Gleitsichtbrille: Mehrere Sehkorrekturen in einem Brillenglas:
Oben: Fernsicht (mehr als 2 Meter);
Mitte: mittlere Distanzen (0,5 bis 2 m), z.B. Computer-Bildschirm;
Unten: Nahsicht (weniger als 0,5 m), z.B. beim Lesen eines Buches;
die seitlichen Zonen links und rechts sind gleitend gewölbt und
sorgen häufig für ein etwas unscharfes Bild

Die Ursache für die Schwierigkeiten am Anfang liegt natürlich in dem fließenden Übergang zwischen Fernkorrektur (oben) und Nahkorrektur (unten) sowie darin, dass das Sichtfeld an den Seiten deutlich eingegrenzter ist als bei einer Einstärkenbrille.

Gleitsichtbrille Blickfeld (Sehbreich)
Gleitsichtbrille Blickfeld (Sehbreich)

Der vertikale Zwischenbereich ist fleißend, was ja ein großer Vorteil der Gleitsichtbrille ist. Die horizontalen Übergänge sind jedoch aus physikalischen Gründen stets etwas schwimmend. Denn die Wölbung der Fernsicht muss so weit gekrümmt werden, dass sie gleitend in die Wölbung des Nahbereiches übergeht. Wer vorher mit der Einstärkenbrille seitlich viel mit den Pupillen geschaut hat (also ohne den Kopf zu bewegen) bekommt leicht Probleme. Denn wenn man die Pupillen zu Erkennen hin- und herbewegt, gerät der Fokus des Blicks leicht in eine seitliche Zone, die eben nicht optimiert ist, sondern "Übergangsbereich" ist.

Gleitsichtglas
Gleitsichtglas (Mehrstärkenglas)

Menschen, die neben einer Kurzsichtigkeit und der einsetzenden Alterssichtigkeit auch noch eine etwas unregelmäßig gewöllbte Hornhaut haben (Astigmatismus), haben es in der Eingewöhnungphase besonders schwer. Denn das Auge bzw. das Sehen muss sich erst an die neue, komplette Korrektur der unterschiedlichen Sehschwächen gewöhnen.

In der Regel dauert es einige Stunden, bis man sich an die Gleitsichtbrille gewöhnt hat. In manchen Fällen sind es auch einige Tage. Wenn man jedoch nach zwei, drei Tagen keine deutliche Verbesserung bemerkt, sollte man den Optiker aufsuchen, bei dem man die Brille erworben hat. Denn gerade wenn ein Astigmatismus hinzukommt, ist das Gleitsichtglas eine superfeine Arbeit. (Ob das der Fall ist, kann man im Brillenpass ablesen.)

Schon kleinste Fehler können einen dauerhaft falschen Seheindruck verursachen. Es sollte daher beim Optiker überprüft werden, ob entweder ein Messfehler vorliegt oder das Brillenglas falsch geschliffen wurde. Wenn das der Fall ist, hat man selbstverständlich das Recht auf fachgerechten Ersatz. Bei Optikern vor Ort ist das in der Regel kein Problem, bei Online-Optikern muss man nach dem Zurücksenden eventuell erst mal ein paar Telefonate und Emails führen müssen.

Siehe auch