Was sind Dioptrien?

Dioptrie ist ein Begriff aus der Optik. Unter Dioptrie versteht man die Maßeinheit für die Brechkraft eines optischen Systems (z.B. einer Brille). Die Abkürzung für eine Dioptrie lautet "dpt".

-3 Dioptrie, Seheindruck ohne Brille
-3 Dioptrie Seheindruck ohne Brille

Die Maßeinheit Dioptrie wird in der Augenoptik verwendet, um zu beschrieben, wie stark ein Brillenglas das Licht brechen muss, damit eine Fehlsichtigkeit korrigiert wird. Oder vereinfacht gesagt: die Stärke der Brillengläser wird in Dioptrien angegeben. Im Brillenpass, den man bei einer diagnostizierte Fehlsichtigkeit vom Augenarzt oder Optiker erhält, sind die dpt-Werte eingetragen. Negative Dioptrie-Werte stehen für Kurzsichtigkeit, positive Dioptrie-Werte kennzeichnen eine Weitsichtigkeit. Je größer der Wert, um so stärker muss die Korrektur sein - und um so schlechter kann man ohne Sehhilfe sehen.

Dioprie-Werte: Unterschied Kurz- und Weitsichtigkeit
Dioprie-Werte: Unterschied Kurz- und Weitsichtigkeit

Wie viel Dioptrien hat ein menschliches Auge?

Ein normalsichtiges menschliche Auge hat im "akkommodationslosen Zustand" (siehe unten) eine Brechkraft von ca. 60 Dioptrien. Wenn der Augapfel länger ist (kurzsichtig), benötigt man eine Zerstreuungslinse (konkav gewölbt), um das Abbild auf der Netzhaut zu fokussieren. Wenn der Augapfel kürzer ist (weitsichtig), benötigt man eine Sammellinse (konvex gewölbt), um die fehlende Brechung des Lichts auszugleichen. Beim Astigmatismus benötigt man eine "torische Linse" zum Ausgleichen.

Die Brechkraft des menschlichen Auges ist dynamisch. Ca. 3/4 der Brechkraft werden durch die mehr oder weniger statische Hornhaut bestimmt, aber 1/4 wird durch die Linse im Auge hervorgerufen. Die Linse ist flexibel und kann durch Muskelkraft verändert werden. Dadurch verändert sie ihre Form, wodurch sich die Brechkraft ändert. Diesen Vorgang nennt man Akkommodation.

Linse - Brennweite - Brennpunkt
Linse: Brennweite und Brennpunkt

Dioptrie als Maßeinheit

Eine Dioptrie wird auch als "Kehrwert der Längeneinheit Meter" beschrieben. In der bodennahen Luft, deren Brechungswert gegen Null geht, entspricht eine Dioptrie auch dem Kehrwert der Brennweite. (Der "Kehrwert" ist diejenige Zahl, mit der man multiplizieren muss, damit 1 herauskommt.) Beispiel: Kehrwert von 0,5 (Meter Brennweite) = 2 (Dioptrie).

Vereinfacht gesagt kann man mit folgender Faustformel ausrechnen, wieviel Dioptrien eine Brille haben müsste, um eine eigene Fehlsichtigkeit auszugleichen:

Dioptrie-Wert berechnen (Formel)

Beispiel: was für eine Lesebrille benötige ich?

Daraus ergibt sich, dass man eine Lesebrille mit 1 dpt (3 dpt - 2 dpt) benötigt. Aber: das ist nur eine Faustformel. Man kann die Augen sogar schädigen, wenn man häufig eine falsche Brille trägt. Gehen sie daher besser zum Augenarzt oder Optiker.

Seit wann gibt es die Dioptrie als Maßeinheit?

Ferdinand Monoyer
Ferdinand Monoyer

Im Jahre 1872 hatte der französische Augenarzt Ferdinand Monoyer die Nase voll: es gab einfach kein einheitliches System, mit dem man in der Augenheilkunde die Fehlsichtigkeit der Brechkraft eines Auges (Ametropie) beschreiben konnte. In einem vielbeachteten Aufsatz führte er daher 1872 die Einheit "Dioptrie" als "als Einheit für die Brechungskraft einer Linse (Brennweite in Metern)" ein.

Im Jahre 1875 wurde die Einheit Dioptrie dann auf dem Medical Congress of Ophthalmology in Brüssel offiziell angenommen. Seither gilt sie in vielen Ländern, auch in denen der Europäischen Union.

Monoyer hat auch die Monoyer-Skala entwickelt, mit der bis heute die Sehschärfe (Visus) gemessen wird. Siehe auch:

Sehtest zur Ermittelung der Dioptrie-Werte

Die exakte Dioptriezahl wird häufig beim Augenarzt oder Optiker mit den Londolt-Sehtest festgestellt:

Landolt-Sehtest
Landolt-Sehtest - Zum Test bitte Abstand von 2 Meter einhalten.

Können Sie alles erkennen? Mehr dazu hier.

Siehe auch:

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