close-ButtonDiese Website verwendet Cookies, um Inhalte zu personalisieren und auszuwerten. Mehr erfahren ... Ok, einverstanden.

Was kostet eine neue Brille?

Die Frage ist einfach, die Antwort nicht. Denn die Kosten für eine neue Brille sind sehr unterschiedlich. Aber statt des üblichen "Das hängt davon ab ..." soll dieser Artikel einen Überblick bieten, was eine neue Brille kostet und wie sich die Kosten zusammensetzen. Man kann diese Daten auch aus den Angeboten der Optiker und einigen Statistiken selber recherchieren.

Laut dem Zentralverband der Augenoptiker kostet eine Brille mit Einstärkengläsern im Durchschnitt rund 372 Euro, bei einer Gleitsichtbrille sind es im Schnitt fast 1.000 Euro (Stand: Juni 2011, [1]). Aber das sind Durchschnittswerte, die im Einzelfall erheblich abweichen können.

Brille Kosten

Wie viele Deutsche tragen überhaupt eine Brille?

Laut einer Ifd-Allensbach Studie [2] aus dem Jahr 2013 tragen 27 Millionen Deutsche über 14 Jahren dauerhaft eine Brille, hinzu kommen rund 17 Mio. Personen, die ab und zu eine Brille tragen (z.B. eine Lesebrille oder Bildschirmbrille). Es ist also ein gigantischer Markt, auf dem sich viele Wettbewerber tummeln, was natürlich die Preise für eine neue Brille drückt. Der Marktführer Fielmann (21% Marktanteil) dominiert zwar klar vor dem zweiten Apollo-Optik (ca. 8% Markanteil), wird aber zunehmend von Online-Optikern unter Druck gesetzt, die die Brillenpreise aufgrund anderer Vertriebsstrukturen nach unten korrigieren. Insgesamt eine spannende Entwicklung, von der die Verbraucher nur profitieren können. Mehr Statistiken zum Thema: wie viele Deutsche tragen eine Brille?

Kostenfaktoren bei Brillen

Die Kosten für eine Brille setzen sich aus drei Faktoren zusammen:

Wieviel Prozent  Brillenträger in Deutschland
Kostenfaktoren beim Kauf einer neuen Brille

In jedem der drei Kostenpunkte ist eine Gewinnspanne für den Verkäufer enthalten. Wenn also ein Brillenglas in der Herstellung 100 Euro kostet, so schlägt der Brillen-Verkäufer einen Betrag x oben drauf. Der Optiker zahlt dann 100 Euro für das Glas, berechnet aber dem Endabnahme-Kunden 150 Eur (Beträge fiktiv).

Kosten für Brillengläser

Kosten für Brillengläser
Kosten für
Brillengläser

Die einfachsten, günstigsten Brillengläser (Einstärkengläser) kosten rund 30 Euro pro Stück.

Brillengläser gibt es aus Glas (mineralisch) oder aus Kunststoff. Die leichteren Kunststoff-Gläser sind allerdings bruchsicherer. Um sie unempfindlicher gegen Kratzer zu machen, kann das Material gehärtet werden, was aber zusätzlich kostet. Kunststoffgläser kann man auch mit einer Tönung herstellen, was erneut zusätzliche Kosten verursacht. In den meisten Fällen wird empfohlen, das Brillenglas zu entspiegeln, damit gerade in der Dämmerung nicht einfallendes seitliches Licht den Blick verschleiert. Auch das treibt natürlich den Preis in die Höhe. Aus ästethischen Gründen wünschen sich viele Menschen eher dünne Brillengläser, die allerdings teurer in der Herstellung sind. Wenn man dann noch auf deutsche bzw. Qualitätsmarkengläser wie z.B. von Zeiss haben möchte, ist man schnell bei Kosten für ein Einstärken-Brillenglas von über 100 Euro pro Glas.

Bei Gleitsichtgläsern ist das Herstellungsverfahren an sich schon deutlich aufwändiger. Da beginnen die Kosten für ein einfaches Brillenglas bei ca. 120 Eur. Entsprechend der zuvor genannten Sonderanfertigungsmöglichkeiten kann der Preis für ein Gleitsicht-Brilleglas auch hier schnell bis zu 500 Euro in die Höhe schnellen.

Ein gutes Markenglas mit gängigen Extras kostet also locker das 3-4 fache der einfachsten Version. Im Schnitt kann man mit Brillenglas-Kosten von ca. 50 Euro pro Einstärkeglas rechnen, bei Gleitsichtgläsern mit ca. 250 Euro pro Stück. Da man in den allermeisten Fällen zwei Gläser braucht, verdoppelt sich der Betrag.

Kosten für Brillengestelle

Kosten für das Brillengestell
Kosten für das
Brillengestell

Bei den Brillengestellen ist es ähnlich. Hier gibt es die Massenware ("Nulltarif-Modelle"), die quasi ohne große Materialkosten und Aufwand produziert werden. Sie haben nicht den Hauch von Exklusivität - und sind daher für ein paar Euro zu haben. Und dann gibt es mehr oder weniger luxuriös gestaltete Designer-Brillen der großen Modemarken-Label, die sich ihre Exklusivität in barer Münze vergolden lassen.

Die Preisspanne bei Brillengestellen reicht also von 0 Euro bis zu ein paar tausend Euro. In der Regel sollte man mit ca. 50 - 100 Euro für das Gestell rechnen.

Kosten für den Verkaufsprozess

Kosten für den Brillenverkauf
Kosten für den
Brillenverkauf

Der dritte Punkt ist relativ komplex, da der Verkaufsprozess inzwischen sehr unterschiedlich abgewickelt wird. Ein Optiker-Fachgeschäft mit geschultem Personal und langjähriger Erfahrung hat wesentlich höhere Fixkosten als ein Internet-Anbieter, der den Bestellprozess über ein automatisiertes Formular abwickelt und Kundenanfragen mit Call-Center-Personal bedient.

Die großen Optiker-Ketten wie Fielmann, Apollo-Optik, Optiker Bode oder RobinLook genießen natürlich einen Marketing-Vorteil, aber letztlich haben sie den gleichen Kostendruck wie ein einzelner Optiker mit Ladengeschäft. Wer sich allerdings zum ersten Mal eine neue Brille kauft, sollte trotz der höheren Kosten das Beratungsgespräch mit dem Fachpersonal suchen. Insbesondere das Anpassen einer neuen Brille an das Gesicht ist kniffelig - wenn man selber versucht, die Brille zu biegen, kann sie zu Bruch gehen oder es kann zu unangenehmen Druckstellen führen.

Für den Verkaufsprozess kann man über den Daumen mit 10 - 100 Euro rechnen.

Aber wer schon langjährige Erfahrung mit Brillen hat, für den stellen die kostengünstigen Online-Anbieter eine echte Alternative dar. Diese haben auch insbesondere den Vorteil, dass man die Preise online direkt vergleichen kann.

Online-Optiker setzen die etablierten Optiker unter Druck

Der folgende WDR-Beitrag zeigt sehr anschaulich, wie Online-Optiker (z.B. Mister Spex, Brille24 oder RobinLook24) die etablierten Optiker-Ketten und Ladengeschäfte unter Druck setzen. Vergleichbare Brillen sind online teilweise erheblich günstiger zu kaufen.

Guter Tipp aus dem Video: man kann eine online bestellte Brille auch nachträglich anpassen lassen (Sitz der Brillenbügel hinter dem Ohr), allerdings kann der Optiker dafür natürlich eine Gebühr berechnen, die man vorher erfragen sollte.

Fazit / Tipp

Brillen Kosten sparen
Brillen Kosten sparen!

Wer eine neue Brille kauft, ist gut beraten, sich vorab im Internet über die Preise für die favorisierten Modelle zu erkundigen. Da praktisch jeder Optiker eine nicht unerhebliche Gewinnspanne zwischen Einkaufspreis und Endabgabepreis hat (manche sprechen von über 100 Prozent), lohnt es sich, mit dem Optiker zu verhandeln. Drucken Sie dafür doch einfach ein paar Angebote aus dem Internet aus und legen Sie sie dem Optiker vor. Letztendlich sollen Sie als Kunde mit Ihrem Geld bezahlen - das gibt Ihnen auch das Recht, gute Qualität zu einem angemessenen Preis zu verlangen.

Übrigens: die Krankenkasse zahlt in den meisten Fällen nichts mehr hinzu. Aber immerhin kann man mit einer Brillenversicherung einen Teil der Kosten abfangen. Und eine Brille ist immerhin noch deutlich günstiger als das Augenlasern, das immer mehr in Mode kommt.

Und: für Schüler bzw. Jugendliches bis 18 Jahren kostet eine neue Brille in der Regel nichts. Im Falle einer Sehschwäche bekommen sie die Brille noch auf Rezept (siehe: Was zahlt die Krankenkasse?).

Siehe auch: Warum sind Brillengläser so teuer?

Quellen

Weiterlesen?