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Kurzsichtigkeit (Myopie)

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Wer kurzsichtig ist, kann Dinge in mittleren und weiten Entfernungen nicht mehr scharf sehen. In diesem Artikel werden die Ursachen und Folgen der Kurzsichtigkeit beschrieben und erläutert, wie man sie mit Brille, Kontaktlinsen oder Augenlasern korrigieren kann. Mit einer Kurzsichtigkeit von ca. -3 Dioptrie hat man etwa folgenden Seheindruck (bitte auf das Bild rollen):

Kurzsichtigkeit (-3 Dioptrie)
Kurzsichtigkeit (ca. -3 Dioptrie), Seheindruck ohne und mit Korrektur

Ursache einer Kurzsichtigkeit

Bei Kurzsichtigkeit (lat. Myopie) ist der Augapfel im Verhältnis zur Brechkraft des dioptrischen Apparats (vor allem Hornhaut und Augenlinse) zu lang. Das führt dazu, dass das Licht nicht auf der Netzhaut (Retina) fokussiert wird (Brennpunkt), sondern davor. Auf der Netzhaut entsteht ein verstreutes, unscharfes Bild. Die folgende Grafik kann das veranschaulichen:

Kurzsichtigkeit (Ursache)
Ursache einer Kurzsichtigkeit: verlängerter Augapfel

Es gibt verschiedene Ursachen für diese Verformung.

Je nachdem, weshalb der Brennpunkt verschoben wurde, unterscheidet man zwei Arten der Myopie:

Das folgende Video zeigt den Seh-Eindruck eines kurzsichtigen Menschen mit ca. -5 Dioptrien - und wie eine Brille diesen Eindruck korrigiert:


"Kurzsichtigkeit: Seheindruck ohne und mit Brille"

Hinweis: normalerweise sieht man die Ränder der eigenen Brille natürlich nicht. Das Video soll nur den Kontrast veranschaulichen.

Der Grad der Kurzsichtigkeit (Dioptrien)

Die Schwere einer Kurzsichtigkeit kann sehr verschieden sein. Eine leichte Kurzsichtigkeit von weniger als 0,5 Dioptrien gilt als normal. Sie hindert die betreffende Person kaum beim alltäglichen Sehen. Alles was darüber hinaus geht, bedeutet jedoch eine empfindliche Einschränkung des visuellen Bildes. Betroffene Personen sollten sich daher auf jeden Fall eine Sehhilfe (Brille oder Kontaktlinsen) zulegen - oder die Linse durch eine Lasik-Augenoperation anpassen lassen. Siehe Dioptrien bei Kurzsichtigkeit.

Symptome einer Myopia

Eine Kurzsichtigkeit wird in aller Regel im Alltag bemerkt. Meist verläuft der Prozess der Verschlechterung sehr langsam, so dass man die ersten Anzeichen oft nicht ernst nimmt. Aber im Laufe der Wochen und Monate wird den meisten klar, dass sie in der Ferne nicht mehr so gut sehen können wie früher - oder wie andere. In folgenden Situationen fällt es den meisten betroffenen besonders auf:

Sehtest (Diagnose)

Landolt-Ring
Landolt-Ring, siehe
Landolt-Sehtest

In der Regel sind zwar stets beide Augen von einer Kurzsichtigkeit betroffen. Es kommt allerdings zu Unterschieden. So kann ein Auge eine höhere Sehschärfe haben als das andere. Der einfachste Test ist, sich mit der Hand abwechseln die Auge zu zu halten, während man die Umgebung anschaut. Am besten, man sucht sich etwas, das ca. 5 bis 10 Meter entfernt ist und nur relativ schwer zu lesen ist, z.B. ein Straßenschild. So kann man relativ leicht bemerken, welches Auge die höhere Sehkraft hat. Auch ein Online-Sehtest kann einen Eindruck über das Sehvermögen bzw. die eigene Sehstärke liefern.

Allerdings ist ein Online-Sehtest niemals ausreichend. Zum einen sollte ein Augenarzt prüfen, ob es sich tatsächlich um eine einfache Myopia handelt und nicht um die gefährliche Maligne Myopie. Und zum zweiten kann nur ein Augenarzt wirklich exakte Dioptriewerte ermitteln, die für eine passende Sehhilfen erforderlich sind. Der Sehtest beim Augenarzt oder Optiker wird mit genormten Sehtest-Tafeln durchgeführt (Snellen-Sehtest mit Buchstaben, Landolt-Sehtest mit Ringen, die an einer Seite offen sind.)

Was tun gegen Kurzsichtigkeit? (Therapie)

Die einfache Kurzsichtigkeit (Myopia simplex) gilt nicht als Krankheit. Das hat vor allem versicherungstechnische Gründe: denn damit sich die Krankenkassen davon befreit worden, für Brillen und Sehhilfen etwas hinzuzuzahlen (das geschieht nur noch in seltenen Fällen).

Wer einmal kurzsichtig ist, bleibt es sein Leben lang (stimmt nicht ganz, siehe unten). Aber es gibt Abhilfe: schon seit dem Mittelalter sind Brillen bekannt. Hilfsgläser, die so geformt sind, dass der Sehstrahl so gebrochen wird, das es letztendlich wieder korrekt auf der Netzhaut fokussiert. Die Verformung des Auges wird also durch eine vorgesetzte Linse ausgeglichen wird. Heutige Fertigungsprozesse sind so verfeinert, dass ein nahezu perfektes Sehen mit einer Brille möglich ist.

Es gibt im Prinzip drei Möglichkeiten, um mit einer Kurzsichtigkeit gut leben zu können. Zum einen kann man eine Sehhilfe tragen (Brille oder Kontaktlinsen), oder man lässt die Kurzsichtigkeit operativ ausgleichen.

Brille gegen Kurzsichtigkeit

Man kann die Kurzsichtigkeit sehr gut und einfach mit einer Brille korrigieren. Da die Hornhaut bei Kurzsichtigen mittig zu dick ist - gemessen an der Länge des Augapfels, kann man die Brechkraft mit einer Brille bzw. den passenden Brillengläsern korrigieren. Das Brillenglas hat im Zentrum den geringsten Durchmesser, es ist konkav gewölbt:

Brille bei Kurzsichtigkeit
Brille bei Kurzsichtigkeit

Kontaktlinsen gegen Kurzsichtigkeit

Im Prinzip funktioniert es bei Kontaktlinsen genauso, nur dass das Linsenglas nicht von einem Gestell gehalten wird, sondern als feine, weiche Kontaktlinse direkt auf der Hornhaut schwimmt:

Kontaktlinsen bei Kurzsichtigkeit
Kontaktlinsen bei Kurzsichtigkeit

Augenlasern gegen Kurzsichtigkeit

Bei diesem sog. Lasik-Verfahren (oder auch Relex-Smile) wird die Hornhaut so bearbeitet, dass man anschließend wieder normal sehen kann - ohne Sehhilfe. Siehe auch Augenlasern bei Kurzsichtigkeit.

Augenlasern bei Kurzsichtigkeit
Augenlasern bei Kurzsichtigkeit

Das Augenlasern in Kürze: die Hornhaut wird im Zentrum etwas abgetragen, so dass sich dadurch die Brechkraft des Auges wieder normalisiert. Das wird mit einem ultrafeinen Laser gemacht, daher die Bezeichnung "Augen lasern". Die Laserbehandlung ist praktisch schmerzfrei. Die Kosten sind mit ca. 2.000 Eur pro Auge aber relativ hoch.

Erläuterung zum Sehen

Das Licht, dass durch die die Hornhaut fällt, wird von der Linse gebündelt. Der Lichtstrahl geht durch den Glaskörper des Auges und trifft auf der Augenrückseite auf die Netzhaut (Retina). Dort sitzen Millionen Sehzellen (Stäbchen und Zapfen), die die Lichtinformation verarbeiten und über den Sehnerv ins Gehirn weiterleiten.

Die Linse ist für eine bestimmte "Tiefe" des Augapfels optimiert. Durch Muskelkraft kann man die Linse verformen (Akkommodation) - der Effekt, dass man durch Zusammenkneifen der Augen schärfer sehen kann, ist so zu erklären.

Aufbau des Auges
Aufbau des Auges bei Normalsichtigen

Video über Kurzsichtigkeit

Und hier noch ein Video über die Ursache für Kurzsichtigkeit:


"Was ist Kurzsichtigkeit? Wie hilft eine Brille?"

Unterschied zur Weitsichtigkeit

Weitsichtigkeit beruht auf dem umgekehrten Phänomen: der Augapfel ist bei weitsichtigen Menschen länger als bei Normalsichtigen.

Weiterführende Links