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Altersweitsichtigkeit (Presbyopie)

Altersweitsicht
Altersweitsicht

Unter Altersweitsichtigkeit (Presbyopie), auch Alterssichtigkeit bzw. Altersweitsicht, versteht man die nachlassende Sehkraft der Augen ab einem Alter von ca. 35 Jahren. Die Ursache ist eine nachlassende Anpassungsfähigkeit im Nahsichtbereich. Das führt dazu, dass man zum Beispiel nicht mehr richtig lesen kann. Die typische Lesehaltung ist die mit der Zeitschrift am weit ausgestreckten Arm.

Altersweitsichtigkeit entfaltet sich langsam und schleichend über mehrere Jahre. Wann dieser Alterungsprozess der Augenlinse eintritt kann man im Einzelfall nicht sagen, aber es gibt statistische Erhebungen, die zeigen, dass dies in der Regel um das 35. Lebensjahr herum beginnt. Die folgende Grafik zeigt, wie die minimale Sehweite, also der Abstand, in dem man noch scharf erkennen kann, mit zunehmendem Alter vergrößert.

Entwicklung der Altersweitsichtigkeit
Entwicklung der Altersweitsichtigkeit

Mit ca. 35 Jahren beginnt der Prozess, und bei Menschen, die knapp über 40 Jahre alt sind, verschlechtert sich die Sehstärke (Visus) im Nahbereich rapide, etwas bis zum 50 Lebensjahr. Die gesagt: bei manchen Menschen beginnt das früher, bei anderen erst später. Es gibt auch einige Menschen, die nicht von Altersweitsichtigkeit betroffen sind, aber das ist eher die Ausnahme.

Warum sieht man bei Altersweitsichtigkeit unscharf?

Ein scharfes Bild entsteht dann, wenn das Bild der Umwelt von der Hornhaut und der Augenlinse so gebrochen wird, dass es auf einem möglichst kleinen Punkt auf der Netzhaut erscheint. Dort sitzt der sogenannte "Gelbe Fleck", in dem besonders viele Photorezeptoren sitzen. Wenn der dioptrische Apparat des Auges dieses Fokussieren nicht hinbekommt, entsteht ein unscharfer Seheindruck.

Altersweitsichtigkeit
Altersweitsichtigkeit (Ursache)

Ursache von Altersweitsichtigkeit

Die Fähigkeit der Augenlinse, sich zu verformen und so verschiedene Sehdistanzen auf scharf zu stellen, nennt man Akkommodation. Mit zunehmendem Alter verfestigt sich die verformbare Augenlinse zunehmend. Die umgebenden Ziliarmuskeln können die Linse dann nicht mehr ausreichend stauchen, man spricht hier auch von der Nahakkommodation. Die Folge ist eine nicht ausreichende Brechkraft der Linse. Ein Bild in der Nahdistanz kann dann nicht mehr punktgenau auf der Netzhaut ebgebildet werden. Dadurch kommt es zu einem unscharfen, verschwommenen Seheindruck. Die folgende Grafik veranschaulicht das:

Akkommodation (Auge)
Akkommodation des Auges

Wann kommt die Altersweitsichtigkeit?

Die maximal mögliche Anpassung des Auges an verschiedene Entfernungen ist bei Kleinkindern am größten. Sie können ungefähr 25% ihrer Sehschärfe über Akkommodation ändern. Anders gesagt: Kleinkinder können ohne Probleme das Auge auf eine Entfernung von wenigen Zentimetern umschalten ( sog. Akkommodationsnahpunkt).

Akkommodationsbreite im Alter
Akkommodationsbreite: nachlassende Fähigkeit zur Akkommodation im Alter

Mit zunehmendem Alter und abfallender Akkommodationsfähigkeit steigt der Wert für den Akkommodationsnahpunkt an. Bei vielen Menschen beträgt er im Alter mehr als 150 cm. Diese alterssichtigen Personen können nur noch Dinge scharf erkennen, die mehr als 1,5 m entfernt sind.

Lösung: Lesebrille gegen Altersweitsichtigkeit

Glücklicherweise ist die Augenheilkunde inzwischen so weit fortgeschritten, dass man eine Altersweitsichtigkeit problemlos mit einer Brille korrigieren kann. Man spricht in dem Fall von einer Lesebrille. Lesenbrillen sind meist so konstruiert, dass man mit gesenkten Blick durch sie hindurchschaut, aber ansonsten einfach über sie hinwegschaut. Das ist praktisch, weil man sie so nicht ständig auf und absetzen muss. Siehe dazu: Wie funktioniert eine Brille?

Gleitsichtbrille bei Altersweitsichtigkeit und Kurzsichtigkeit

Wenn sich bei einem kurzsichtigen Menschen eine Altersweitsichtigkeit einstellt, dann gibt es ein Problem: Beide Effekte, die Kurzsichtigkeit und die Altersweitsichtigkeit, gleichen sich leider nicht aus. Denn sie haben verschiedene Ursachen. Wer davon betroffen ist - und das sind in Deutschland sogar recht viele -, hat zwei Optionen: entweder stets zwei Brillen parat haben: die normale Brille zum Ausgleichen der Kurzsichtigkeit und die Lesebrille für den Nahbereich. Oder man besorgt sich eine Brille, die beides korrigiert. Das kann eine Bifokalbrille sein, in der zwei verschiedene Gläser in einer Brille vereint sind, oder eine Gleitsichtbrille, bei der der Übergang zwischen den korrigierten Sehdistanzen stufenlos ist.

Oder Augenlasern gegen Altersweitsichtigkeit

Seit einiger Zeit ist es auch möglich, eine Altersweitsichtigkeit mittels Augenlaser entfernen zu lassen. Alerdings funktioniert das anders als bei den Laserbehandlungen für Kur oder Weitsichtigkeit. Bei der Altersweitsicht wird die Augenlinse durch eine künstliche Linse ersetzt. Das führt zu einer Anpassung der Brechkraft - mit der Folge, dass man wieder scharf sehen kann.

Das Verfahren ist jedoch mit Vorsicht zu genießen, denn die Hornhaut ist mehr oder weniger starr. Solange sich die Sehkraft weiter verringert, sollte man von so einer Lasik-Operation absehen. Denn wenn man die Augen so operiert, dass man heute gut sehen kann, und die Augenlinse verfestigt sich in den kommenden Jahren noch weiter, dann braucht man anschließend doch wieder eine Lesebrille. Das Augenlasern ist also nur dann sinnvoll, wenn sich die Sehstärke mit großer Wahrscheinlichkeit nicht weiter verändert. Ein Linsen -Austausch bietet sich vor allem dann an, wenn zur Altersweitsicht noch ein Grauer Star (Katarakt) hinzukommt.

Sehtest bei Altersweitsicht

Setzen sie sich irgendwo hin, wo sie eine gute Fernsicht haben. Oft genügt schon ein Blick aus dem Fenster. Fixieren sie dort einen Gegenstand oder etwas konkretes, dass sie ca. 30 Sekunden anschauen. Halten sie sich anschließend die eigene Hand vor ihr Gesicht - im Abstand von etwa 20-30 cm. Versuchen Sie nun, die Hautstruktur ihrer Hand oder die feinen Härchen auf ihrem Handrücken zu erkennen. Fixieren sie nun diese Partie für etwas 30 Sekunden bzw schauen sie sich die Oberflächenstruktur Ihrer Hand genau an. Anschließend blicken sie dann wieder auf den entfernten Punkt. Wie lange braucht es, bis sich Ihr Auge an die neue Entfernung gewöhnt hat?

In jugendlichen Jahren funktioniert das innerhalb einer Sekunde. Je älter man wird, umso länger dauert es, bis das Auge umgeschaltet hat und wieder scharf sehen kann. Wenn Sie schon von einer Altersichtigkeit betroffen sind, können sie im Nahbereich vermutlich überhaupt nicht mehr scharf sehen. Falls Sie noch kleine Brille zum Ausgleichen haben, sollten Sie einen Augenarzt oder Optiker aufsuchen.

Siehe auch / Quellen