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Akkommodationsbreite

Unter Akkommodationsbreite versteht man den visuellen Bereich, in dem ein Auge scharf sehen kann. Mit zunehmendem Alter wird die Akkommodationsbreite geringer, weil das Auge an Akkommodationskraft verliert (Altersweitsicht). Die beiden Pole, zwischen denen sich die Akkommodationsbreite bewegt, nennt man "Nahpunkt" und "Fernpunkt".

Die Akkommodationsbreite wird in Dioptrie angegeben (Maßeinheit für die optische Brechkraft). Während ein Säugling eine Akkommodationsbreite von ca. 13,5 dpt hat, liegt sie im Alter von 50 Jahren nur nach bei ca. 2 dpt. Das bedeutet, dass die Augenlinse kaum noch eine eigenständige dioptrische Dynamik hat.

Die folgende Grafik zeigt auf der y-Achse die Akkommodationsbreite, und auf der x-Achse das Alter (Jahre). Man erkennt deutlich, wie die Akkommodationsbreite abnimmt.

Akkommodationsbreite im Alter
Akkommodationsbreite: nachlassende Fähigkeit zur Akkommodation im Alter

Akkommodationsfernpunkt

Das emmetrope (normalsichtige) Auge kann in der Ferne ohne Probleme scharf sehen. Begrenzt wird die Fernsicht durch den Visus, also das Auflösungsvermögen der Makula (über den Daumen: je mehr Sinneszellen, um so schärfer kann man sehen).

Akkommodationsnahpunkt

Der Nahpunkt ist bei Säuglichen am dichtesten. Er liegt bei Säuglingen bei ca. 7 cm. Praktisch von Geburt an beginnt die Augenlinse, sich zu verfestigen. Der Prozess der Linsenverfestigung geht jedoch sehr, sehr langsam vonstatten. Bis zum Alter von etwa 35/40 Jahren bemerkt man es gar nicht. Dann jedoch ist der Ziliarmuskel nicht mehr stark genug, dass Auge dauerhaft auf die Nahsicht umzuschalten (sog. Nahakkommodation). Die Altersweitsicht macht sich bemerkbar - der Nahpunkt liegt bei einem 50 Jährigen nur noch bei ca. 50 cm.

Altersweitsichtigkeit (Presbyopie)

Die folgende Grafik zeigt, wie sich die Minimale Sehweite im Laufe der JAhre erheblich vergrößert. Ein Kleinkind kann noch Dinge scharf erkennen, die sich nur 10 cm vor dem Auge befinden. Ein 60-jähriger Mensch kann nur noch Dinge scharf erkennen, die sich ca. 65 cm vor dem Auge befinden. Alles, was näher dran ist, kann nicht mehr scharf fokussiert werden.

Minimale Sehweite im Alter
Minimale Sehweite im Alter

Wie funktioniert Akkommodation?

Entscheidend für das scharfe Sehen ist, dass die Lichtstrahlen gebündelt und so auf einem möglichst kleinen Punkt auf der Netzhaut abgebildet werden. Akkommodation basiert darauf, dass die Linse im menschlichen Auge elastisch ist - sie kann ihre Form verändern. Durch Muskelkraft wird sie entweder gestreckt oder gestaucht, so dass sie mal tiefer und mal flacher sein kann. Dadurch wird das Licht unterschiedlich gebrochen - die Linse verändert ihre Brechkraft. Die folgende Grafik kann das veranschaulichen:

Akkommodation (Auge)
Akkommodation des Auges

Die Augenlinse ist an den Rändern am Ziliarmuskel aufgehängt. Dadurch kann die Linse ihre Form verändern.

Wenn sich der Ziliarmuskel jedoch anspannt, dehnt er sich in Richtung Augenlinse aus. Der Abstand wird geringer. Folglich verlieren die Zonulafasern an Spannung. Die Augenlinse gewinnt so die Möglichkeit sich in Richtung Kugelgestalt auszudehnen. Sie wird breiter bzw. flacher. Man spricht von Nahakkommodation, da man so Dinge scharf sehen kann, die sich relativ nahe vor dem Auge befinden.

Ziliarmuskel (Auge)
Ziliarmuskel (angespannt und entspannt)

Siehe auch